2011 “Goethe auf der Großbaustelle” (German)

Meine 6-minütige Reportage über das Goethe-Institut in Kairo lief am 5. Juni 2011 auf Deutschlandfunk – nach den 7.00 Uhr-Nachrichten, und eine Kurz-Fassung dann in “Kultur heute” ab 17.30 Uhr.

Tahrir-Platz am 10. April 2011

Und hier die O-Töne mit meinem Reportage-Text 

Atmo vom Tahrirplatz.

Autorin: In Kairo, auf dem Tahrir-Platz, dem symbolträchtigsten Ort der ägyptischen Revolution, eigentlich ein Verkehrsknotenpunkt. Hier befindet sich ein enormes Verwaltungsgebäude, ebenso das ägyptische Museum, das Hilton Hotel und die ausgebrannte Parteizentrale der früheren NPD. 

An einer der großen Zufahrtsstraßen liegt, keine 100 Meter weiter, das Goethe-Institut. Doktor Günther Hasenkamp leitet dort die Kulturabteilung.

Tatsächlich: an der Gestaltung der neuen ägyptischen Gesellschaft arbeiten viele Menschen. Kairo vibriert.

Als Anfang des Jahres noch unklar war, wie der Aufstand enden würde, schloss das Goethe-Institut für kurze Zeit seine Türen, wie fast alle deutschen Institutionen im Land. Danach fand es sich auf dieser „Großbaustelle“ wieder – mit veralteten Plänen und Programmen:

Einfahrt in den Hafen von Alexandria (November 2010) / entering Alexandria harbour in 2010

Auf der Dachterrasse des Instituts. Hier befindet sich das Büro der deutsch-arabischen Jugendwebsite Li-Lak – „Für mich, für Dich“. Im März kam ein Blog hinzu: „Transit. Eine Region im Wandel“ – als internationale Plattform für junge Menschen.

Das Projekt leitet Soraya Hoppe:

Die Fragen richten sich nicht nur an Ägypter, sondern an junge Menschen aus der gesamten arabischen Welt – und darüber hinaus. Und die schreiben: über das Leben saudi-arabischer Frauen, über Menschenrechtscomics, schwules Leben in Kairo, über Graffiti, Musik, und darüber, welche Strategien für die ägyptischen Wahlen im Herbst vorbereitet werden.

Die Redaktion des Blogs nutzt die neuen Freiheiten:

Nicht alles ist neu in der Kulturabteilung des Goethe-Instituts. Eine Programmlinie bestand zum Beispiel darin, gezielt Kulturaktivisten vor Ort zu fördern. Die haben auch in der Revolution eine tragende Rolle gespielt – und spielen sie weiterhin, viele Forderungen wurden schließlich noch nicht erfüllt.

Kairo: auf dem Dach leben / shelters on a rooftop in Cairo

Philip Hanna kam vor zwei Jahren als Kulturmanager nach Ägypten. Er ist in Bremen geboren, seine Eltern sind Ägypter. Am Goethe-Institut hat er den  „Kifaya – Revolution Song Contest“ ausgeschrieben.

Es gibt Einsendungen aus dem ganzen Land, von Bands, Solisten, Schulklassen. Auch dieser Wettbewerb wäre früher undenkbar gewesen, aus Angst vor der Staatssicherheit. Die wurde im März auf Druck der Bevölkerung hin aufgelöst.

Über den Garten des Goethe-Instituts erreicht man ein luftiges Souterrain. Hier befindet sich seit Ende Februar die Tahrir-Lounge, ein Treffpunkt für junge Aktivisten, zum Diskutieren, für Workshops und Vorträge. Mona Shahien ist die Initiatorin des Projekts:

Mona Shahien ist 26 Jahre alt. Anfang 2009 hat sie die sozial-liberale „Reform- und Entwicklungs-Partei“ mit gegründet. Eines Tages möchte sie als Ministerin im ägyptischen Kabinett arbeiten.

Die Tahrir-Lounge war ihre Idee – und das Goethe Institut der attraktivste Partner, da es ihr und der Nichtregierungsorganisation „Center for Peace & Human Development“ die Programm-Entscheidungen überlässt. Damit liegt das Projekt ganz auf der außen- und kulturpolitischen Linie deutscher Institutionen in Ägypten:

(Für Deutschlandfunk 2011)

2 Responses to 2011 “Goethe auf der Großbaustelle” (German)

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