Wie ich mich selbst beauftragt habe, ein paar Dinge herauszufinden How I have commissioned myself

English summary below

Mein Interesse an “der arabischen Welt” wurde durch eine Reise geweckt. Vor ziemlich genau zwei Jahren flog ich mit einer Freundin nach Istanbul, um dann über Land durch die Türkei und Syrien bis nach Beirut zu fahren.

Es folgten weitere Reisen, zumeist in Länder des Nahen Osten, einige  Sprachkurse, arabische Literatur, neue Freundschaften, neue Fragen, ein Hörspiel und einige dokumentarische Radioprojekte.

Ägypten war im letzten Jahr ein Zwischenstopp. Mit dem Schiff war ich von Venedig nach Alexandria über das Mittelmeer gefahren. Dann mit dem Zug nach Kairo. Kairo ist ziemlich irre. Laut, dreckig, voll, anstrengend. Lebendig. Zu Fuß Straßen zu überqueren sorgt für einen permanent hohen Adrenalin-Level, der wirklich gute Laune bereitet.

Genau! Hier wird nicht gehupt. / No honking, of course!

Ich dachte aber: nach Ägypten fahre ich nicht mehr. Es fanden gerade Parlamentswahlen statt, und alle sagten: “Nothing will ever change.” Das war Ende November, zwei Monate bevor sich dann everything änderte. Im November hatte ich selbst nichts gewusst: nichts davon, wie arm die meisten Ägypter sind, nicht gewusst, welches Regime Mubarak führte. Und meine Rolle als Touristin empfand ich als extrem ambivalent, nachdem mir die Bedingungen, unter denen der Massentourismus stattfindet, klar geworden waren. Ich hatte geschworen, nie wieder ohne ein eigenes Projekt oder ohne Freunde vor Ort hinzufahren.

Plakat zur Parlaments-“Wahl” / Poster in the “elections” 2010

Die revolutionären Ereignisse in Ägypten verfolgte ich sehr intensiv, und als dann im Februar Freunde von mir mit leuchtenden Augen aus Kairo zurück kamen, konnte ich nicht anders, als mich selbst mit einer Reise zu beauftragen: Wie hat sich die Atmosphäre in Kairo verändert? Wie war und ist es auf dem Tahrir Platz genau? Welche Strategien werden von der Opposition verfolgt? Wer gründet jetzt Parteien, wer zieht eine APO vor? Was fordern Frauen in der jetzigen Situation? Welche Diskussionen werden geführt? Was sind Forderungen, Ideen, Hoffnungen? In welchem Verhältnis stehen öffentlicher Raum und virtueller Raum zueinander? Was geschieht innerhalb subkultureller Szenen? Welche spontanen Lieder, Texte, Ausdrucksformen sind aufgetaucht?

It all started with a trip from Istanbul to Beirut in 2009. I was hooked: I have since then traveled in the Middle East, learned some arabic (I love it and keep learning… a long way!), made new friends and some radio programmes. After a short stay in Cairo last November (“Nothing will ever change here”), I thought I would never go again – although I did like the city, I felt uncomfortable with the situation as a tourist.

In 2011, I have followed the events closely and soon decided I had to experience the revolutionary spirit and the New Egypt myself and to do research on some topics: what are the politicial, social, cultural demands/ideas now? What, especially, do women do? What is the meaning of public space in Cairo? How has this changed with the revolution and how does it connect to the virtual space/social media? Are subcultures now blossoming? etc. pp.

About reisendesmikro / travelling mic

Unterwegs im Selbst-Auftrag. On the road - self-commissioned.
Gallery | This entry was posted in Uncategorized and tagged , , . Bookmark the permalink.

One Response to Wie ich mich selbst beauftragt habe, ein paar Dinge herauszufinden How I have commissioned myself

  1. Pingback: Willkommen auf – “Cairo by Microphone” – Welcome! | Cairo by microphone

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s